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17.11.04 16:10 Alter: 13 yrs

Kultur im Café der Studenten

Von: Hamburger Abendblatt / Stefan Preuß

Angefangen hatte alles im Herbst 2000. Damals veranstaltete Falk Hocquél, Student für Theaterregie, eine Kulturwoche im Pferdestall am Allende-Platz. Die Aktion war ein großer Erfolg; weitere folgten. So beschloß das "Pferdestall-Team" regelmäßige studentische Kulturangebote. Die Uni stellte den Raum, Studenten gründeten die Pferdestall Kultur GmbH. Sie hält 75 Prozent des Stammkapitals von 70 000 Euro. Den Rest hält die Universität Hamburg Marketing GmbH, ein Tochterunternehmen der Uni Hamburg.

Und damit fingen die Probleme an. Angeblich seien studentische Gelder über dubiose Kanäle vom AStA in die GmbH geflossen. "Tatsächlich haben wir das Geld selbst aufgebracht", sagt Hocquél. Die Vorwürfe erwiesen sich als haltlos. "Wir haben von Anfang an darauf geachtet, daß wir verläßliche Partner haben", sagt Jochen Taaks, Geschäftsführer der Marketing GmbH.

Mit dem Geld finanzierte die Pferdestall GmbH den Umbau der Räume in ein Café: die Pony-Bar. "Es geht hier gar nicht um Gewinn. Unser Ziel ist die Kultur, die Gastronomie ist nur das Mittel", sagt Taaks.

Das Café bringt das Geld und finanziert die Kultur: Lesungen, Theater, Musik, bildende Kunst. Abends verwandelt sich die Pony-Bar vom Café in eine Bar mit täglich wechselndem Musikprogramm. Mittwochs ist Live Jazz angesagt, sonntags kommen Krimifreunde mit dem "Tatort"-Club auf ihre Kosten. Zwischendrin gibt's Lesungen und Diskussionen.

"Wir unterstützen die Initiative der Studenten", sagt Uni-Vizepräsident Prof. Dr. Holger Fischer. "Über unsere Marketing GmbH haben wir Einblick in die finanziellen Verhältnisse der Pferdestall Kultur GmbH, die sich als sehr zuverlässiger Partner erwiesen hat." Damit das Kulturprojekt nicht zum Kneipenbetrieb wird, gibt es einen Kulturbeirat mit Jochen Taaks, Prof. Fischer und zwei AStA-Vertretern. Der Beirat überwacht, ob das Geld aus dem Café auch für Kultur ausgegeben wird.

Im April 2005 will Hocquél im renovierten Hörsaal der Pädagogen die "Campusbühne" eröffnen, zum Beispiel für Theateraufführungen. Im Sommer könnten die Umbauten im Pferdestall-Hinterhof fertig sein. Dank des Glasdaches stünde ein Raum für über 500 Besucher zur Verfügung. "Damit ginge nach über vier harten Jahren ein Traum in Erfüllung", sagt Hocquél.